Der Wohnungslosigkeit in Europa entgegentreten

12.11.2014

Spezifische Hilfen für wohnungslose Frauen notwendig

Berlin, 12.11.2014. Die europäische Wohnungslosenhilfe fordert die EU und ihre Mitgliedstaaten zu wirksamen Maßnahmen gegen die steigende Wohnungslosigkeit auf. Dazu versammelten sich jüngst im italienischen Bergamo rund 450 Experten und Praktiker der europäischen Wohnungslosenhilfe. Gründungsmitglied des Europäischen Dachverbandes FEANTSA ist u.a. die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W), Dachverband der Wohnungslosenhilfe in Deutschland.

Angesichts der steigenden Armut und des dramatischen Anstiegs der Wohnungslosigkeit in der Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten, stellen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Konferenz „Wohnungslosigkeit in Europa entgegentreten“ (''Confronting homelessness in the EU“) fest, dass die EU ihr Ziel, die Armut in Europa zu verringern, nicht erreicht hat.

Die europäische Wohnungslosenhilfe fordert in ihrer „Deklaration von Bergamo“ innovative und wirksame Ansätze im Kampf gegen Wohnungslosigkeit.

Hilfen für wohnungslose Frauen

Am 13. und 14. November 2014 findet nun in Berlin die 30. Tagung der BAG W zu den Hilfen für wohnungslose Frauen statt. Zentrales Thema sind die menschenrechtlichen Anforderungen an die Hilfen für wohnungslose Frauen.

„Frauen, die allein oder zusammen mit ihren Kindern wohnungslos werden, müssen von den Kommunen in Wohneinheiten untergebracht werden, in denen sie vor sexuellen Belästigungen oder Übergriffen sicher sind. Die Kinder dürfen nicht voreilig von der Mutter getrennt und Pflegefamilien zugewiesen werden. Dies alles ist heutzutage, wo in vielen Regionen bezahlbarer Wohnraum fehlt, Menschen ihre Wohnungen verlieren und zugleich zu wenige kommunale Unterbringungsmöglichkeiten vorgehalten werden, leider nicht selbstverständlich“, erklärte Werena Rosenke, stellvertretende Geschäftsführerin der BAG W zu Beginn der Tagung in Berlin. „Darüber hinaus darf diese ordnungsrechtliche Unterbringung keinesfalls zum Dauerzustand werden. Deswegen brauchen wir bezahlbare Wohnungen und ein Frühwarnsystem, das hilft, Wohnungslosigkeit zu verhindern“, so Rosenke.