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Zur Veröffentlichung der LeSuBiA-Dunkelfeldstudie: Gewaltbetroffenheit wohnungsloser Menschen

Ein Dunkelfeld im Dunkelfeld

Pressemitteilung
Berlin, 10.02.2026


Mit der heute veröffentlichten Dunkelfeldstudie LeSuBiA liegen nach Jahren wieder umfassende Daten mit alarmierenden Erkenntnissen zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland vor. Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass wohnungslose Frauen, Männer und TIN*-Personen ohne festen Wohnsitz in der Studie gar nicht auftauchen.

„Ausgerechnet in einer Studie zum Dunkelfeld bleiben Menschen im Schatten, die besonders häufig von Gewalt betroffen sind. Denn die Studie erfasst nur die in Privathaushalten lebende Bevölkerung mit Meldeadresse und Hauptwohnsitz in Deutschland, das ist deutlich zu kurz gegriffen und nicht nachvollziehbar“, sagt Sabine Bösing, Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe.

Was die Daten verschweigen und was wir sehen

Als BAG Wohnungslosenhilfe führen wir seit Jahren ein Pressemonitoring zu Gewalttaten gegen wohnungslose Menschen durch (https://www.bagw.de/de/themen/gewalt/uebersicht ). Was wir dokumentieren, ist erschreckend – und nur die Spitze des Eisbergs. Wohnungslose Menschen erleben strukturelle, physische, psychische und sexualisierte Gewalt – auf der Straße, in Notunterkünften oder in prekären Wohnsituationen.

Besonders betroffen sind wohnungslose Frauen. Viele fliehen vor Partnerschaftsgewalt und werden wohnungslos. In der Wohnungslosigkeit sind sie erneut einem extrem hohen Risiko sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Frauen leben häufig in verdeckter Wohnungslosigkeit – sie übernachten auch zusammen mit Kindern vorübergehend bei Bekannten oder gehen prekäre Abhängigkeitsverhältnisse ein, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Diese Notlösungen sind oft mit sexualisierter Gewalt und Ausbeutung verbunden. Gleichzeitig meiden viele Frauen gemischtgeschlechtliche Notunterkünfte aus Angst vor weiterer Gewalt. Geschlechtsspezifische Schutzräume fehlen vielerorts. „Ihre Lebensrealitäten bleiben auch in dieser Dunkelfeldstudie weitgehend unsichtbar – ein Dunkelfeld im Dunkelfeld", so Sabine Bösing.

Die BAG W fordert:

  • Gezielte Forschung zur Gewaltbetroffenheit wohnungsloser Menschen mit geschlechtsspezifischem Fokus
  • Einbeziehung besonders vulnerabler Gruppen in künftige Dunkelfeldstudien
  • Ausbau niedrigschwelliger, geschlechtssensibler Schutz- und Hilfsangebote
  • Ausreichend sichere Schutzräume speziell für wohnungslose Frauen

 


 

Die Pressemitteilung als PDF-Version können Sie hier abrufen.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Lena Milz
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 (0)151 42462246
E-Mail: presse@bagw.de