Überwindung von Wohnungsnot braucht handlungsfähige Kommunen
Pressemitteilung
Berlin, 22. Juni 2026
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) unterstützt den Aktionstag „Kommunen am Limit“ des Deutschen Städtetages am 22. Juni 2026. Für wohnungslose Menschen hat die Unterfinanzierung der Kommunen direkte Folgen: Sie gefährdet menschenwürdige Unterbringung und den Weg zurück in eigenen Wohnraum. Ohne stabile kommunale Finanzen wird sich die Wohnungsnot weiter verschärfen.
Kommunen tragen die Hauptverantwortung dafür, wohnungslose Menschen im Rahmen der kommunalen Notunterbringung unterzubringen. Gleichzeitig sind sie die entscheidenden Akteur*innen, wenn es darum geht, Wohnungslosigkeit zu verhindern, Lebenssituationen zu stabilisieren und Menschen in Wohnungsnot zurück in dauerhaften Wohnraum zu vermitteln. All das kostet Geld; Geld, das vielen Kommunen schlicht fehlt.
In Deutschland waren laut Hochrechnungen der BAG W 2024 mindestens 1.029.000 Menschen wohnungslos. Wer die Finanzlage der Kommunen weiter austrocknet, verschärft diese Notlage. Wenn Hilfen nicht in vollem Umfang gewährt werden, Hilfeangebote schließen müssen, Sozialarbeiter*innenstellen wegfallen und Kooperationen mit Wohnungsunternehmen mangels Kapazität nicht mehr gepflegt werden können, verlieren Menschen ihre letzte Chance auf ein Dach über dem Kopf.
„Die kommunale Finanzkrise ist keine abstrakte Haushaltsdebatte. Sie entscheidet darüber, ob Menschen heute Nacht ein Bett haben und morgen eine Wohnung finden. Es braucht die entschiedene Unterstützung von Bund und Ländern“, bekräftigt Sabine Bösing, Geschäftsführerin der BAG W.
Die BAG W schließt sich dem Aktionstag der Kommunen an: Nur handlungsfähige Kommunen können aktiv und umfassend Wohnungs- und Obdachlosigkeit überwinden. Sie brauchen ausreichende Ressourcen, um ihrer Verantwortung der sozialen Daseinsvorsorge nachzukommen.
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Über die BAG W
Unter dem Dach der BAG Wohnungslosenhilfe e. V. sind bundesweit Einrichtungen und soziale Dienste der Wohnungslosenhilfe sowie der verantwortlichen und zuständigen Sozialorganisationen im privaten und öffentlichen Bereich versammelt. Unsere Mitglieder vertreten insgesamt ca. 1.300 Dienste und Einrichtungen, dazu gehören Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten, ambulante Fachberatungsstellen, Angebote des Betreuten Wohnens, stationäre Einrichtungen, Projekte für junge Erwachsene, spezifische Angebote für wohnungslose Frauen, medizinische Hilfen für Wohnungslose, Betriebe und Projekte zur beruflichen und beschäftigungsbezogenen Qualifizierung und Integration.
