Wohnen ist Menschenrecht

Frauen.Anders.Sehen.

Genderaspekte der Gesundheit von Frauen in der Wohnungsnotfallhilfe

Fachtagung in Karlsruhe
am 10. und 11. Juni 2024

Unter dem Titel „Frauen.Anders.Sehen. – Genderaspekte der Gesundheit von Frauen in Wohnungsnotfallhilfe“ widmet sich die diesjährige Frauentagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. der Gesundheitsversorgung und -vorsorge von Frauen in Wohnungsnotfallsituationen.

Lange galt die Formel „weiblich – krank – unsichtbar“. Denn die Medizin betrachtete den Mann jahrzehntelang als Norm, sodass die Datenlage zur Frauengesundheit in vielen Forschungsfeldern lückenhaft ist. Es liegt eine sog. Gender Data Gap vor. Folglich sind Krankheitsbilder bei Frauen schwerer zu erkennen. Frauen haben teils andere Symptome, die immer wieder falsch gedeutet werden, benötigen häufig andere Therapien und weisen ein anderes Gesundheitsverhalten auf.

Dies gilt auch für Frauen in Wohnungsnotfallsituationen: Die DzW-Zahlen der BAG W zeigen, dass Frauen in den letzten sechs Monaten deutlich häufiger medizinische Leistungen in Anspruch genommen haben und zu Beginn der Hilfe häufiger über einen uneingeschränkten Krankenversicherungsschutz verfügen als Männer in Wohnungsnotfallsituationen. Gleichzeitig gibt es Anhaltspunkte, dass Frauen in Wohnungsnotfallsituationen mit spezifischen Gesundheitsproblemen wie z.B. traumatischen Erfahrungen infolge von Gewalterfahrungen konfrontiert sind.

Die Diskussion über geschlechtersensible Gesundheitsforschung, -prävention und -versorgung gewinnt in Medizin und Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Dennoch bleiben armutsbetroffene Frauen und die Bedeutung ihrer sozialen Situation für ihre Gesundheit oft unbeleuchtet. Mit dieser Fachtagung möchten wir einen Beitrag leisten und gemeinsam mit Ihnen diskutieren: Brauchen Frauen* in Wohnungsnotfallsituationen eine geschlechtersensible Gesundheitsvorsorge und – versorgung? Und wenn ja, wie muss diese gestaltet werden? Welchen Beitrag können bzw. müssen die Angebote der Wohnungsnotfallhilfe leisten? Und was muss sich im Gesundheitssystem und (gesundheits-)politisch verändern?

Wir freuen uns auf zwei spannende Tage des Austausches mit Ihnen in Karlsruhe.

Annika Maretzki, Fachreferentin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V